Smarte Technik und Beleuchtung

Smart City Projekt B2 „Smarte Technik und Beleuchtung“
Zielstellung:
Ziel ist der Aufbau von intelligenten Straßenbeleuchtungssystemen sowie der Einsatz moderner Sensortechnologie zur Erfassung und Steuerung von stadtrelevanten Daten, die über ein LoRaWAN-Netzwerk übertragen werden.
Fachbereich(e):
- Stadtentwicklung und Bauordnung
- Grün- und Verkehrsflächen
Projektstatus:
in Umsetzung
Projektbeteiligte:
Stadtwerke Mühlhausen GmbH, Seidenstücker – Straßen- und Tiefbau, Rother & Partner Ingenieurgesellschaft mbH, TRILUX GmbH & Co. KG, Alpha-Omega Technology GmbH & Co. KG, hystreet.com GmbH, LASE Industrielle Lasertechnik GmbH, TreeSense GmbH
Beschreibung „Smarte Beleuchtung“:
Die Stadt Mühlhausen betreibt mehr als 5.500 Straßenleuchten im öffentlichen Raum. Durch den Umstieg auf LED-Technologie und den Einsatz eines Lichtmanagementsystems mit dynamischer Steuerung, mit dem die Beleuchtung je nach Bedarf und Passantenaufkommen anpasst werden kann, lassen sich erhebliche Energieeinsparungen erzielten. Gleichzeitig trägt die Beleuchtung von Wegen und Straßen maßgeblich zur öffentlichen Sicherheit bei, stellt jedoch auch eine Herausforderung für den Umweltschutz dar, da sie als unnatürliche Lichtquelle in die nächtliche Umgebung eingreift.
Rund 70 % aller Fluginsekten sind nachtaktiv und zeigen eine positive Phototaxis – sie werden von künstlichem Licht angezogen und umkreisen es oft bis zur Erschöpfung. Besonders kaltweißes, helles LED-Licht wirkt hier stark anziehend. Um die scheinbar gegensätzlichen Ziele einer sicheren öffentlichen Beleuchtung und eines wirksamen Insektenschutzes miteinander in Einklang zu bringen, waren daher innovative technische Lösungen erforderlich.
Im Rahmen der Maßnahme wurden in Mühlhausen an drei unterschiedlichen Standorten hochinnovative Beleuchtungssysteme mit spezifischen Schwerpunkten installiert:
Stephanweg
Fokus auf ökologische Verträglichkeit

Germaniastieg
Fokus auf öffentliche Sicherheit

Hoher Graben
Fokus auf Vandalismusprävention

Neben der Nutzung von LED-Technik und sensorgesteuertem, mitlaufendem Licht wurden an den einzelnen Standorten jeweils auf den Schwerpunkt abgestimmte, einzigartige Beleuchtungslösungen umgesetzt:
Leuchten mit jahreszeitabhängigem Amber-Farbton (Wellenlänge von 590 Nanometer und eine niedrige Farbtemperatur von ungefähr 1800 Kelvin) zum Schutz von Fluginsekten in der warmen Jahreszeit
Leuchten mit bedarfsgeführtem Komfortlicht, das durch Passanten im Bedarfsfall selbst aktiviert werden kann und die gefühlte Sicherheit erhöht
Leuchten mit robusten Gehäusen (IK-Stoßfestigkeitsklasse 10) und maximalem Schutzstandard zur Reduzierung von Vandalismusschäden
Am Hohen Graben wurden zusätzlich die Anforderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt, da sich der Weg in unmittelbarer Nähe zur historischen Stadtmauer befindet.
Beschreibung „Smarte Technik“:
Eine moderne, datengestützte Stadtentwicklung erfordert die kontinuierliche Erfassung, Aufbereitung und Analyse relevanter Informationen. Um dies zu ermöglichen, wurden an ausgewählten Standorten im Stadtgebiet verschiedene Sensoren installiert. Sie liefern präzise Daten und bilden damit die Grundlage für fundierte Entscheidungen.
Im Rahmen dieser Maßnahme wurde in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Mühlhausen ein flächendeckendes LoRaWANAbkürzung für den englischen Begriff „Low Power Wide Area Network“ (Niedrigenergieweitverkehrnetzwerk). Ist eine Funktechnik, die Daten strahlungsarm und energieeffizient über lange Distanzen auf eine Vielzahl von Sensoren übertragen kann. Damit geeignet zur Realisierung von IoT. – Netzwerk aufgebaut. Über dieses energieeffiziente Funksystem sind nun zahlreiche Sensoren eingebunden, die in Echtzeit wichtige Umwelt- und Infrastrukturinformationen bereitstellen. Dazu gehören:






Angesichts der in den kommenden Jahrzehnten zunehmenden klimatischen Herausforderungen ist die langfristige Sammlung und Auswertung von Wetter- und Umweltdaten von entscheidender Bedeutung. Die präzise und lokale Erfassung solcher Daten ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen für die Stadtentwicklung. Sie bilden die Grundlage, um das Auftreten von Extremwetterereignissen besser zu verstehen, frühzeitig auf Gefahren wie Starkregen, Hitzewellen oder Stürme zu reagieren und den öffentlichen Raum widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Veränderungen zu gestalten.